09.Februar bis 11.Februar 2024

 
 

Kißlegg

 
  Da wir nicht die großen Karnevalisten sind, haben wir über Karneval ein Wochenende in Kißlegg gebucht. Beim Reiseanbieter „Spar mit Reisen“ haben wir das Arrangement „exklusiver Genuss im Allgäu: Bierbad zu zweit“ – für uns das Richtige???? gebucht.  
                     
  Am Freitagmorgen, dem 09.Februar ging es morgens bei leichtem Nieselregen los – Richtung Allgäu. In Ulm legten wir einen Zwischenstopp ein. Und siehe da, auch das Wetter hatte ein Einsehen mit uns.
                     
               
Unser Rundgang fing am Ulmer Münster an. Ulm war damals eine freie Reichsstadt. Bereits 1377 war die Grundsteinlegung für den Bau der Bürgerkirche. Der Bau der Kirche wurde von den Ulmer Bürgern finanziert. Der Bau zog sich über 500 Jahre hin. 1543 kam der Bau wegen politischer und finanzieller Probleme zum Stillstand. 1844 wurde der Bau wieder aufgenommen und 1890 war die Kirche fertiggestellt. Mit ca. 161,5 Metern war der Hauptturm damals der höchste Kirchturm der Welt. Das Münster wurde damals zur evangelischen Hauptkirche und ist bis heute die größte evangelische Kirche Deutschlands.
   
                         
  Der Büchsenstadel in Ulm wurde 1485 erbaut. Ursprünglich diente das Gebäude als Salz- und Getreidelager. Ab 1592 wurde das Gebäude als Waffenmagazin genutzt und erhielt den Namen Büchsenstadel, Büchse=Feuerwaffe, Stadel=Lagerhaus. An der Westseite sind eingemauerte steinerne Kanonenkugeln zu erkennen. Nach der Renovierung 1977 ist das städtische Jugendhaus Ulm hier untergebracht.
                         
   
ein paar historische Gebäude  
   
         
  Der älteste Teil des heutigen Rathauses wurde 1370 als „neues Kaufhaus“ erbaut. Bereits 1419 wurde das Gebäude als Rathaus bezeichnet. Das Rathaus besteht aus drei unterschiedlichen Bauten. Die auffällige Außenbemalung stammt aus der Frührenaissance. Um 1520 erhielt das Gebäude die reichlich verzierte astronomische Uhr. Sie zeigt die Uhrzeit, Mondphasen und Tierkreiszeichen.    
   
Das Schwörhaus steht auf dem Gelände der Königspfalz Ulm. Zwischen 1612 und 1618 entstand dieses Schwörhäusle. Das Gebäude wurde mehrfach beschädigt und immer wieder aufgebaut. Bereits ab 1345 wurde an dieser Stelle der Schwörakt abgehalten. Der Schwörmontag ist ein wichtiger Feiertag in Ulm. Jedes Jahr am vorletzten Montag im Juli findet der Schwörmontag statt. Der Oberbürgermeister tritt auf den Balkon des Schwörhauses und legt Rechenschaft über das vergangene Jahr ab, nach der Grundlage des großen Schwörbriefes von 1397.
                 
    Anreise im Hotel Ochsen in Kißlegg ist ab 15 Uhr. Da das Kißlegger Bierbad frei war, haben wir dieses gleich geordert. Sachen aufs Zimmer gebracht und dann direkt in den Wellnessbereich. Was für eine Wohltat. Das 45-minütige Bad im großen Holzzuber hat gutgetan. Auch der angrenzende Wellnessbereich war sehr entspannend.  
 
             
                   
             
                       
             
  Unser Arrangement beinhaltet Vollpension. In der Gaststube genossen wir das leckere Essen. Das Essen, auf sehr heißen Tellern, brachte uns Bella, ein Roboter. Ein hervorragender Service. Das familiengeführte Hotel verfügt über eine eigene Hausbrauerei. Das Bier schmeckte hervorragend.
             
     
Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir am Samstag nach Wangen gefahren. Unser Rundgang fing am Pulverturm an. Der Pulverturm wurde Anfang des 15.Jahrhunderts mit der Stadtmauer errichtet. 1596 wurde er umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen. Seine ursprünglichen Namen waren Wasserturm und Färberturm. Pulver ist hier angeblich nie gelagert worden.
   
 
Die Eselmühle ist eine alte Stadtmühle, sie wurde bereits 1436 urkundlich erwähnt. Mitte der 16.Jahrhunderts wechselte sie den Besitzer und wurde umfassend restauriert. 1937 wurde der Mühlenbetrieb nach über 400 Jahren eingestellt. 1969 kaufte die Stadt Wangen das Gebäude zurück. Die Mühle wurde umfangreich restauriert, das Mühlrad und die Mahltechnik wurden wieder instandgesetzt. 1978 wurde in dem Mühlengebäude das Heimatmuseum eröffnet.
 
eine paar Eindrücke aus Wangen
 
 
Der Frauenturm, heute auch Ravensburger Tor genannt, befindet sich am Ende der Herrenstraße und ist eines der schönsten Stadttore in der ehemaligen Reichsstadt Wangen. Der Kernbau stammt aus dem 14.Jahrhundert und seine heutige Gestaltung ist von 1608. Die heutige Bemalung ist von 1950. Im Rahmen einer Stadtführung kann das Tor auch von Innen besichtigt werden.
     
Die Stadtkirche ist die erste und größte evangelische Kirche in Wangen. 1893 wurde die Kirche im Beisein von König Wilhelm II. eingeweiht. Bis 1802 war Wangen eine rein katholische Reichsstadt, 1810 siedelten sich die ersten evangelischen Beamtenfamilien an. Aufgrund des Wachstums der evangelischen Gemeinde wurde ein eigenes Gotteshaus benötigt.
   
Sankt Martin ist die älteste und bedeutendste Kirche in Wangen. Die Anfänge der Kirche gehen wohl bis ins 8.Jahrhundert zurück. Die Kirche ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewachsen. Durch umfangreiche An-, Umbauten und Restaurierungen erhielt die Kirche das heutige Aussehen.
Die Rochuskapelle steht im Stadtpark, dem ehemaligen Pestfriedhof von 1521. Die Kapelle wurde 1592/1593 erbaut. Die Kapelle wurde dem Schutzpatron gegen die Pest, St. Rochus, geweiht. Bis auf Restaurierungsarbeiten wurde die Kapelle im wesentlichen nicht verändert. Die Kapelle wird heute u.a. für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Von Wangen aus sind wir weiter nach Isny gefahren. Hier starteten wir mit unserem Rundgang am Hafendeckelturm. Der Hafendeckelturm wurde Mitte des 16.Jahrhunderts als Teil der Stadtbefestigung erbaut. Im 19.Jahrhundert erhielt der Turm anstatt des Kegeldachs ein begehbares Flachdach mit Zinnenkranz. Heute steht der Turm isoliert in einer Grünanlage, die den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer markiert.
Hier stand ursprünglich das Heilig-Geist-Spital, dieses wurde 1402 von einer Isnyer Bürgerin gestiftet. Es war eine soziale Einrichtung, in der sich Bürger einkaufen konnten, oder bei Mittellosigkeit wurden die Bürger von der Stadt eingewiesen. Wegen erheblichen Bauschäden wurde das Gebäude 1974/75 größtenteils neu aufgebaut und wurde nach dem Reformator Paul-Fagius benannt. Heute dient es als evangelisches Gemeindehaus, Lesungen und kulturelle Veranstaltungen finden hier statt.
     
Das heutige Rathaus ist eine Verbindung aus drei ehemaligen Patrizierhäusern. Die Häuser stammen aus dem 15.-17.Jahrhundert. Der ehemalige Besitzer, Kaufmann, modernisierte die Häuser und stattete sie mit repräsentativen Räumen aus. Nach dem Stadtbrand kaufte die Stadt 1733 die Kaufmannshäuser und führte sie zusammen - das neue Rathaus.
                     
Der Schmalzbrunnen diente seit 1378 Wasserversorgung für Isny. Über eine Holz-Deichelleitung wurden Straßen, Plätze und Märkte mit frischem Quellwasser versorgt. Der städtische Brunnen am Schmalzmakt stellte den Bewohnern und Tieren von Isny das notwendige Trinkwasser zu Verfügung. 1894 wurde die neue Druck-Wasserleitung eingeführt und der Schmalzbrunnen wurde abgetragen. Anlässlich des Jubiläums 650 Jahre freie Reichsstadt wurde der Brunnen am historischen Ort wieder aufgebaut.
 
Der Wassertorturm ist eines der ältesten Stadttore der ehemaligen Reichsstadt Isny. Bereits 1337 wurde dieses Tor erwähnt. Der heutige Bau wurde im 15.Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung erbaut. Der Turm diente als Stadttor, das unterste Geschoß diente über 500 Jahre als Gefängnis. Die Türmerwohnung wurde bis Mitte des 20.Jahrhunderts bewohnt. Heute ist im Turm des Wassertor-Museum untergebracht.
 
Ab dem 13.Jahrhundert begann Isny sich mit einer massiven Stadtmauer zu schützen. Als Baumaterial dienten die Gletscherschuttmassen aus der Eiszeit. Auf der Innenseite der gesamten Stadtmauer, mit Toren und Türmen, verlief ein hölzerner Wehrgang. Im Jahr 1826 war die Stadtmauer 1.326 Meter lang, heute sind noch circa 740 Meter erhalten.
                     
  Als wir am Nachmittag wieder am Hotel ankamen, gerieten wir mitten in den Kißlegger Narrensprung. Wir haben uns das bunte Treiben kurz angeschaut und sind dann ins Hotel geflüchtet. Anschließen haben wir im Wellnessbereich die Ruhe genossen. Beim Abendessen konnten wir dem Karnevalstreiben nicht entkommen, so haben wir noch etwas mitgefeiert.
 
Auf dem Rückweg haben wir noch einen längeren Zwischenstopp am Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee eingelegt. Das Museum wurde 2011 eröffnet. Es ist ein muss für jeder Camper. Auf über 7.000 Quadratmeter werden über 80 historische Fahrzeuge, Wohnwagen und Wohnmobile und alles, was mit Camping zu tun hat ausgestellt. Campingfahrzeuge von 1930 bis heute, die Geschichte und Entwicklung der Hymer-Modelle. Auch umfangreiches Campingzubehör ist hier zu besichtigen.
                     
 
Wohnwagen aus den Anfangsjahren des Campings können hier, von innen und aussen, besichtigt werden.
 
 
Historische Zugfahrzeuge
 
 
Die etwas andere Lösung des Camperlebens
 
 
Die Entwicklung des Wohnmobils
 

Nach über 4 Stunden haben wir das Museum verlassen und haben uns auf den Heimweg gemacht. Es war mal wieder ein gelungenes Wochenende, Hier haben wir viele Sachen entdeckt, die wir auch in unserem über 40jährigen Camperleben gesehen und auch genutzt haben.