29.März bis 31.März 2024

 
 

Markt Nordheim

 
Wir haben mal wieder über Kurzurlaub ein Wochenendurlaub gebucht. Diesmal haben wir uns für den Landgasthof, Schwarzer Adler, in Ulsenheim entschieden. Am Freitagmorgen ging es los. Der Regen setzte natürlich auch wieder ein. Aber wir haben noch das Beste daraus gemacht.
                         
  Ursprünglich wollten wir uns Würzburg anschauen. Kurzfristig haben wir uns für das Schloss Würzburg entschieden. Das Schloss wurde zwischen 1719 und 1780 erbaut. Bis 1803 diente das Schloss als Sitz der Würzburger Fürstenbischöfe. 1981 wurde das Schloss in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Die Schlossanlage zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barocks. Das Schloss entstand in einer Zeit, in der die Kurfürsten durch die monumentale Architektur Ihre Macht und Ihre gesellschaftliche Stellung zum Ausdruck brachten. Es wird oft mit den Schlössern Schönbrunn und Versailles verglichen.  
 
Wir haben uns entschlossen das Schloss von Ihnen zu besichtigen. Von der Eingangshalle kommt man sofort zum prunkvollen Treppenhaus. Die großzügigen Proportionen lassen den Besucher bewusst klein erscheinen. Das Treppenhaus ist mit dem größten zusammenhängenden Deckenfresko (ca. 677 Quadratmeter) der Welt ausgestattet. Im Obergeschoss befinden sich die Prunkräume.
 
 
Ein paar Bilder von den Prunkräumen.
 
       
  Der Landgasthof verfügt über eine Wellness Oase. Diese mussten wir natürlich bei diesem Wetter sofort aufsuchen.
                 
       
Auch hier sind wir mit einem leckeren Essen und einem Bierchen verwöhnt worden.
 
Am Samstag ging es nach Rothenburg ob der Tauber. Unser Rundgang durch diese mittelalterliche Stadt begann am alten Rathaus. Der älteste Teil entstand zwischen 1250 und 1400. Der Kern des gotischen Westturms. Der heutige Aussichtsturm wurde um 1200 erbaut, seine heutige Form erhielt er zwischen 1555 und 1558. Das Rathaus mit dem Marktplatz bildet das Herz der Altstadt.
         
Der Georgsbrunnen ist der größte Brunnen der Stadt, er steht auf dem Marktplatz und ist von farbenfrohen Fachwerkhäusern umgeben. Er ist ca. 8 Meter tief und hat ein Fassungsvermögen von rund 100.000 Liter. Damit war er im Mittelalter einer der wichtigsten Wasserspeicher. Auf dem Brunnen steht eine Figur des heiligen Georg, dem Drachentöter. Er symbolisiert den Mut, Schutz und Wehrhaftigkeit.
         
 
Die Johanniskirche gehört zu den ältesten kirchlichen Einrichtungen der Stadt. Um 1200 stand bereits an dieser Stelle eine der Vorgängerkirchen. Diese Kirche wurde zwischen 1390 und 1410 als spätgotischer Hallenbau erbaut. Das Dachgeschoss diente zwischen 1604 und 1844 als größter städtischer Getreidespeicher. Um die Last zu tragen, wurden im Inneren der Kirche vier kräftige Säulen eingebaut, die heute noch sichtbar sind.
 
 
Ein paar Eindrücke aus Rothenburg ob der Tauber.
 
     
Der Siebersturm ist einer der markantesten Tortürme Rothenburgs. Er wurde um 1385 im Zuge der Stadterweiterung erbaut. Er war das südlichste Stadttor, der damaligen Neustadt. In diesem Viertel waren die Mehlsiebmacher ansässig, von diesem Handwerk stammt auch der Name des Turms.
Der Markusturm ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Stadt. Erbaut wurde der Markusturm um 1172, als die erste Stadtmauer erbaut wurde. Der Turm markierte damals einen der Haupteingänge zur jungen Stadt. Er war ein bedeutender Wachturm. Als im 14.Jahrhundert die äußere Stadtmauer errichtet wurde, verlor der damalige Wachturm seine Bedeutung.  
 
  Die erste Stadtbefestigung zwischen 1170 und 1200 war ein Erdwall mit Palisaden und einem Graben. Im 13. und 14.Jahrhundert entstand die steinerne Mauer. Die Mauer umschloss die Altstadt und wurde durch 42 Türme und 6 Haupttore gesichert. Heute wird die Altstadt durch die rund 3,5 Kilometer lange Stadtmauer umschlossen. Hiervon sind ca. 2,5 Kilometer begehbar. Meistens über einen überdachten Wehrgang in ca. 5 Meter Höhe.
 
Eine der bekanntesten Spezialitäten ist der Schneeball. Der Schneeball ist ein Mürbeteiggebäck, der bereits vor über 300 Jahren in Rothenburg angeboten wurde. Früher war der Schneeball ein Festgebäck und wurde zu Hochzeiten, Kirchweihen oder besonderen Anlässen serviert. Auch der Hochadel genoss dieses Gebäck. Der Schneeball besteht aus Mürbeteig, der in Streifen geschnitten und kunstvoll zu einer Kugel geflochten wird. Heute gibt es ihn in dutzende Geschmacksrichtungen.
         
 
Am Sonntag ging es dann doch noch nach Würzburg. Über der Stadt thront das Käppele, die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung. 1650 entstand hier die erste kleine Kapelle. Aufgrund der steigenden Anzahl an Pilger wurde die Kapelle mehrfach erweitert. Zwischen 1748 und 1750 wurde quer vor der alten Kapelle die heutige Wallfahrtskirche erbaut. In den folgenden 50 Jahren erhielt die Kirche ihre reichhaltige Innenausstattung.
 
 
Auf einem weiteren Hügel ist die Festung Marienberg und prägt seit über 1.000 Jahren das Stadtbild Würzburgs. Um 704 wurde hier die Marienkirche gegründet, sie ist eine der ältesten Kirchen Deutschland. Im 13.Jahrhundert entstand die erste mittelalterliche Burganlage und wurde stetig erweitert. Bis zum 18.Jahrhundert hatten die Fürstbischöfe hier Ihren Sitz. Danach war sie eine der stärksten barocken Wehranlagen in Deutschland. Heute ist hier u.a. ein Museum für Franken, die Marienkirche und historische Wehrgänge untergebracht.
                                 
  Die heutige Karmelitenkirche wurde zwischen 1662 und 1669 erbaut. Bereits zwischen 1224 und 1227 entstand hier ein Haus für „büßende Schwestern“. Hier in Würzburg gib es 60 Kirchen und Kapellen. Einige von ihnen haben wir besucht.
                                 
                       
In diesem Haus wurde am 24.März 1952 die erste Pizzeria in Deutschland eröffnet. Die italienische Küche war damals in Deutschland fast unbekannt. Auch der heute noch genutzte Pizzakarton stammt aus diesem Haus. US-Soldaten waren damals mit die ersten Gästen, da sie bereits die Pizza kannten.
 
   
  ein paar der über 60 Kirchen
   
 
Die heutige Marienkapelle wurde zwischen 1377 und 1480 erbaut. Bis 1349 befand sich an dieser Stelle die Würzburger Synagoge. Die Kapelle war ein Ausdruck des bürgerlichen Selbstbewusstseins gegenüber der Macht des Fürstbischofs. Im Südportal sind Kopien der Figuren Adam und Eva, die Originale von 1490 befinden sich im Museum für Franken.
       
   
  Das Lusamgärtchen ist ein kleiner stiller Innenhof und ein romantischer Kreuzgang, der bis ins 12.Jahrhundert zurückgeht. Der kleine Garten ist auch dafür bekannt, das sich hier die Grabstätte des Minnesängers Walther von der Vogelweide befindet. Es ist wohl Tradition Münzen oder Futter auf das Grab zu legen. Der Minnesänger hat in seinen Testament darum gebeten, dass die Vögel auf seinem Grabstein gefüttert werden sollen.
       
Der Häckerbrunnen, auch Weinbrunnen, zeigt eine typische Figur des fränkischen Weinbaus, dem Häcker, ein tradioneller Weinbergarbeiter. In der Hand hält er einen Mostbartel, ein tradionelles Werkzeug des Weinbauers. Vier Wasserausläufe speisen ein rundes Becken.
       
   
  Ein paar Eindrücke aus Würzburg
   
 
Der Obeliskbrunnen, auch als Marktbrunnen bekannt, steht auf dem unteren Marktplatz. Mit seiner markanten Höhe von ca. 15 Metern ist er einer der auffälligsten Brunnen in der Stadt. Der Brunnen wurde um 1802 errichtet. Der Architekt hat für die Herstellung den heimischen Muschelkalk verwendet. An der Ost- und Westseite befinden sich je eine Brunnenschale, die das Wasser auffängt.
 
Das Juliusspital vereint bis heute ein Krankenhaus, Seniorenstift und ein Weingut. Es ist eine der be- deutendsten Stiftungen in Süddeutschland. 1576 war der Bau-beginn auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs. 1579 wurde die Stiftung gegründet
und 1580 wurde das Spital eröffnet. Die Haupteinnahmen kamen und kommen von den 177 Hektar großen Weinbergen. Das Weingut Juliusspital zählt heute zu den größten Weingüter Deutschlands. Das Krankenhaus hat heute 365 Betten und das Seniorenstift betreut 150 Personen.
             
               
  Wir mussten uns noch die Hofkirche in der Würzburger Residenz anschauen. Sie überraschte uns mit ihrer prachtvollen Innenausstattung. Die Marmor-skulpturen, vergoldete Ornamente, Gemälde und Deckenfresken wurden zwischen 1735 und 1743 geschaffen.
   
                   
               
                         
  Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir die Mittagssonne im Schlosspark.
                         
  Der Würzburger Dom St. Kilian ist die viertgrößte romanische Kirche in Deutschland. Mit dem Bau des heutigen Doms wurde zwischen 1040 und 1075 erbaut. Der Dom hat eine Länge von ca. 108 Meter, die Deckenhöhe des Mittelschaiffes beträgt über 23 Meter. Die beiden Türme sind ca. 64 Meter hoch. Der Dom hatte in seiner Geschichte mehrere Schutzpatrone, der Vorgängerdom Salvator, der Dom bis 1967 Apostel Andreas und ab 1967 St. Kilian.  
   
 
           
                           
Das Würzburger Rathaus besteht aus mehreren Häuser und ist ein über Jahrhunderte gewachsener Baukomplex in der Altstadt. Der älteste erhaltene Teil stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Grafeneckart. Er entstand im 12.Jahrhundert und diente erst als Stadtturm und später war er Sitz der städtischen Verwaltung. Der 55 Meter hohe Turm ist heute eines der städtischen Wahrzeichen. An der Südfassade befindet sich eine aufgemalte Baumdarstellung von 1597. Das Bildnis entstand, als kurz zuvor die Gerichts-Linde auf dem Platz vor dem Gebäude umgestürzt war. Der Erker wurde erst 1540 nachträglich angebaut.    
                           
Die alte Mainbrücke ist die älteste Steinbrücke in Würzburg. Bereits 1133 wird eine steinerne Brücke über den Main erwähnt. Zwischen 1473 und 1543 wurde die Brücke vollständig neu aufgebaut. Die neue Brücke erhielt 12 Bögen und wurde zum zentralen Handelsweg der Stadt. Seit 1990 ist sie eine reine Fußgängerbrücke. Sie ist 185 Meter lang. Die Brücke ist ein lebendiger Treffpunkt für einheimische und Touristen. Sehr beliebt ist der „Brückenschoppen“: ein Glas Frankenwein, bei einer herrlichen Aussicht auf die Altstadt, Festung Marienberg und die Weinberge, genießen.
   
                         
 
Die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk ist eine der 12 Brückenheiligen auf der alten Mainbrücke. Er wurde 1350 in Pomuk geboren, war Priester und später Generalvikar. Er geriet in einen Konflikt mit dem König, weil er sich weigerte kirchliche Rechte, das Beichtgeheimnis, preiszugeben. 1393 wurde er gefoltert und in die Moldau geworfen. 1729 wurde er vom Papst heiliggesprochen. Seitdem ist er der Patron des Beichtgeheimnisses, der Brücken, der Wasserwege und der Schiffer.
 
Wir hatten mal wieder ein sehr abwechslungsreiches und kulturvolles Wochenende gehabt. Auch die Wellness kam auch nicht zu kurz und das geschmackvolle Essen hat das gelungene Wochenende abgerundet.